Während der Delegationsreise der Ghorfa in das Königreich Saudi-Arabien hat sich gezeigt, dass das Interesse an wirtschaftlicher Kooperation groß ist. Angeführt von Dr. Peter Ramsauer, Präsident der Ghorfa und Bundesminister a.D., waren 18 Vertreter deutscher Unternehmen vom 20. bis 24. Januar in das Land gereist. Auch der Generalsekretär der Ghorfa, Abdulaziz Al-Mikhlafi, nahm an der Reise teil.

„Dies ist die richtige Zeit für eine Wirtschaftsdelegation nach Saudi-Arabien. Das enorme Interesse, sowohl von saudischer als auch von deutscher Seite hat uns gezeigt, dass das Potenzial für wirtschaftliche Zusammenarbeit enorm ist.“ Dieses Fazit zog Dr. Peter Ramsauer, Präsident der Ghorfa, nach der Delegationsreise in das Königreich. Die Ghorfa hatte die viertägige Reise nach Riad und Dammam mit Unterstützung des Council of Saudi Chambers sowie der deutschen Botschaft in Riad organisiert. Zahlreiche Termine nicht nur mit hochrangigen Regierungsvertretern, sondern auch fruchtbare Diskussionen mit Repräsentanten der wichtigsten wirtschaftlichen Institutionen wie Aramco, der Saudi Basic Industries Corporation (SABIC) oder der Saudi Electricity Company (SEC) sowie B2B-Meetings mit zahlreichen saudischen Unternehmen standen auf dem Programm.

In Riad wurden die Delegationsteilnehmer zu Beginn der Reise am Morgen des 21. Januar durch den deutschen Botschafter, Jörg Ranau, begrüßt. In einem kurzen Briefing gab er Informationen über den aktuellen Stand der deutsch-saudischen Wirtschaftsbeziehungen und die Umsetzung der Saudi Vision 2030. Dieses Reformprogramm ist derzeit in vollem Gange und wird mit Nachdruck vorangetrieben, um die Abhängigkeit Saudi-Arabiens von Öl und Gas zu reduzieren.

„Es ist ein besonders Anliegen im Rahmen der Saudi Vision auch die saudischen Exporte nach Deutschland zu erhöhen“, erklärte Peter Ramsauer. Der Handelsaustausch falle stark zu Gunsten Deutschlands aus. Mit dem Ausbau deutsch-saudischer wirtschaftlicher Kooperationen könnte dies künftig verbessert werden. Insgesamt gebe es derzeit großes Potenzial im Handel zwischen den beiden Ländern, nachdem der Warenaustausch in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen sei. „Hier wollen wir wieder den Faden aufnehmen und die Zusammenarbeit stärken“, erklärte Dr. Ramsauer. Auch der Generalsekretär der Ghorfa, Abdulaziz Al-Mikhlafi betonte, dass deutsche Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Vision 2030 leisten können. „Deutsche Unternehmen bringen nicht nur Technik und Equipment, sondern auch Know-how und Bildung“, erklärte Al-Mikhlafi.

Wie deutsche Unternehmen zur Diversifizierung der saudischen Wirtschaft beitragen können, zeigte sich bei den zahlreichen Treffen in dem Land. Bereits am ersten Tag bekamen die Delegationsteilnehmer Informationen über laufende Projekte aus erster Hand. Zunächst bei SABIC, sowie bei einem Gespräch mit dem Transport-Minister, Nabil bin Mohammed Al-Amoudi, und bei der SEC. Dr. Ramsauer hatte zudem mit einem Teil der Delegation die Möglichkeit bei einem Gespräch mit Vertretern der saudisch-deutschen Freundschaftsgruppe im Shoura-Rat über die Umsetzung der wirtschaftlichen Reformen zu sprechen.

Sowohl bei einem Empfang in der deutschen Botschaft am ersten Abend der Reise, als auch in der Riyadh Chamber of Commerce am zweiten Tag hatten die Teilnehmer zudem die Möglichkeit, mit zahlreichen saudischen Unternehmen Kontakte zu knüpfen und mögliche Kooperationen zu besprechen. Das Programm in Riad wurde schließlich mit einem Gespräch beim Vice Minister for Industrial Affairs, Abdulaziz Alabdulkarim, im Ministerium für Energie, Industrialisierung und Mineralien abgerundet.

Im gesamten Königreich werden derzeit Projekte vorangetrieben, um die Wirtschaft weiter zu diversifizieren. Nachdem sich in der Ostprovinz ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum insbesondere für die Verarbeitung von Öl und Mineralien entwickelt hat, führte der zweite Teil der Reise nach Dammam. Empfangen wurde die Delegation zunächst bei der Asharqia Chamber von Bader Al-Reziza, Vice Chairman der Asharqia Chamber, and Dhary Alothishan, Bord Member der Asharqia Chamber and Bord Member der Ghorfa. Etwa 100 saudische Unternehmer waren auch hier der Einladung gefolgt und hatten die Möglichkeit genutzt, Kontakte mit den deutschen Unternehmensvertretern zu knüpfen. Besonders herzlich wurden die Delegationsteilnehmer auch am Abend zu einem Dinner bei der Familie Alothaishan begrüßt.

Dass die saudische Wirtschaft bereits auf einem guten Weg ist, die Wertschöpfung in dem Land auszubauen, zeigte sich bei Gesprächen mit hochrangigen Vertretern von Aramco sowie bei der Royal Commission of Jubail and Yanbu. Insgesamt mehr als 400 Mrd. US-Dollar werde Aramco in den kommenden zehn Jahren investieren um den Energiesektor weiterzuentwickeln, wie es in dem Gespräch mit Abdallah Al Thaaly, Director Industrial Development & Strategic Supply bei Aramco, hieß.

Auch an dem Wirtschaftsstandort Jubail, 100 Kilometer nördlich von Dammam, gibt es große Investitionsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen. Eindrucksvoll wurde das deutlich bei einem Gespräch sowie einer anschließenden Führung bei der Royal Commission for Jubail & Yanbu.

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