Die vom Golfkooperationsrat geplante Einführung einer Mehrwertsteuer wurde nun vom saudischen Kabinett bestätigt. In einer Sitzung stimmte das Gremium für die Einführung eines Mehrwertsteuer-Reglements, das den Richtlinien der GCC-weiten Vereinbarung entspricht. Demnach sollen ab dem kommenden Jahr fast alle Güter mit einer fünfprozentigen Mehrwertsteuer in allen Staaten des Golfkooperationsrates besteuert werden. Anfang 2018 soll die Mehrwertsteuer einheitlich in allen GCC-Staaten eingeführt sein, was eine komplexe Anpassung der Infrastruktur bedeutet. Laut eines Berichts der emiratischen Zeitung The National haben bereits fünf der sechs Staaten die einheitliche Vereinbarung unterzeichnet.

So hat neben Saudi-Arabien auch Bahrain der Einführung vergangene Woche zugestimmt. Scheich Ahmed bin Mohamed Al Khalifa, der Finanzminister Bahrains, unterzeichnete ein entsprechendes Reglement. Bereits im Oktober vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die internationale Unternehmensberatung EY (Ernest & Young) das kuwaitische Finanzministerium bei der Einführung berät. Bis April dieses Jahres solle die rechtliche Grundlage für die Steuer in Kuwait eingeführt sein um den Unternehmen genügend Zeit zu geben, ihre Abrechnungssysteme umzustellen, wie es hieß. Auch Oman wolle die rechtliche Grundlage der Steuer bereits im Laufe des Jahres 2017 einführen, wie Times of Oman berichtete. Demnach würden in dem Sultanat Einnahmen von etwa 650 Mio. US-Dollar durch die Steuer erwartet. Die genauen Details der Regelungen sind allerdings auch hier noch nicht bekannt. Zwar haben alle Golfstaaten bereits signalisiert, an den Regelungen zu arbeiten, laut Angaben von Experten, ist die Einführung einer Mehrwertsteuer allerdings ein komplexer Vorgang. So müsse in allen Staaten zunächst die Rechtsgrundlage geschaffen werden. Dementsprechend könne es noch bis Ende 2018 dauern, bis alle Regelungen in Kraft getreten sind.

Die Einführung der Mehrwertsteuer kommt nach einer Empfehlung des Internationalen Währungsfonds. Laut Ernst & Young sind durch die Steuer jährlich 25 Mrd. US-Dollar Einnahmen in den GCC-Staaten zu erwarten. Schon im Juni vergangenen Jahres hatte der Golfkooperationsrat die Einführung der Mehrwertsteuer in die Wege geleitet. Diese sei ein wichtiger Schritt hin zu einer diversifizierten Wirtschaft.

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