Es war uns eine große Freude, zwischen dem 04.-06. Oktober 2021 bereits zum 24. Mal das Arab-German Business Forum abzuhalten. Bei unserem zweiten und wichtigsten Event das im Jahre 2021 in Präsenz stattfinden konnte, durften wir mehr als 200 hochrangige Diplomaten, Partner, Freunde und Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor Ort in Berlin empfangen. Ein besonderer Anlass zur Freude war es, die Delegation des Ehrenstaates des Forums, Libyen, zu empfangen. Diese bestand aus 25 hochrangigen Vertretern des Privatsektors und des öffentlichen Sektors, der mit dem Management der wichtigsten Wirtschaftssektoren in Libyen betraut wurde. In feierlicher Atmosphäre wurde das Forum am Montag, den 04. Oktober eröffnet. Zu Beginn richtete Libyens Premierminister Abdel-Hamid Dbaiba per Video-Botschaft das Wort an die Teilnehmer des Forums. Obwohl Premierminister Dbeiba selbst nicht vor Ort sein konnte, wurde in seiner Rede das Gefühl der starken Verbundenheit der beiden befreundeten Länder deutlich.  So betonte er die ausgesprochene Wichtigkeit der Partnerschaft zwischen Deutschland und Libyen, die enormes Potential für Wohlstand und wirtschaftlichen Aufschwung in beiden Ländern mit sich bringt. Ebenso bedankte er sich für die großen Bemühungen Deutschlands im libyschen Friedensprozess und bei Dr. Peter Ramsauer, Präsident der Ghorfa, sowie Herrn Abdelaziz Al-Mikhlafi, Generalsekretär der Ghorfa, für die Organisation und die Möglichkeit, das diesjährige Gastland des Forums zu sein.

Auch Dr. Peter Ramsauer ergriff bei der Eröffnung das Wort und hob hervor, dass die große Anzahl der anwesenden Entscheidungsträger, Experten und Unternehmer ein eindeutiger Beweis für die ungeschlagene Bedeutung des Arab-German Business Forums als wichtigste Plattform für den Austausch und das Knüpfen von deutsch-arabischen Geschäftsbeziehungen sei. In seiner Rede wies er außerdem darauf hin, dass es trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen, die aus der Corona Pandemie resultieren, berechtigen Anlass zum Optimismus gebe. Nicht nur seien die deutsch-arabischen Geschäftsbeziehungen historisch stabil und lukrativ, sondern auch durch die wirtschaftlichen Diversifizierungsprogramme, die in vielen arabischen Ländern verfolgt werden, entstünden viele vielversprechende Möglichkeiten.

Dr. Mustapha Adib, Botschafter des Libanons und Dean of the Arabic Diplomatic Corps, wies in seiner Rede darauf hin, dass es zwar globale Herausforderungen gebe, doch gleichermaßen enorme Möglichkeiten durch wirtschaftliche Zusammenarbeit und Kooperation zwischen den Ländern. Die „Vision 2030“ in Saudi-Arabien, die Expo in den VAE, die WM in Katar- zu Recht richten sich die Augen der Welt gespannt auf die arabische Halbinsel. Doch auch in Nordafrika kann die internationale Gemeinschaft Zeuge von aufregenden wirtschaftlichen und politischen Veränderungen werden. In Ägypten beispielsweise wurde in Rekordgeschwindigkeit eine neue Verwaltungshauptstadt errichtet und im Rahmen der ägyptischen „Vision 2030“ werden Reformen in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt angestrebt. In Libyen zeichne sich nach mehr als zehn Jahren Krieg nun endlich der Silberstreifen am Horizont ab. Das Land habe eine neue Phase des Friedens erreicht und nun, da die Waffen im Land endlich verstummt sind, werde die Stimme des Volkes im Rahmen der Wahlen am 24. Dezember 2021 gehört. In Deutschland könne Libyen den richtigen Partner für den Wiederaufbau des Landes finden – dem nächsten Schritt auf dem Weg zu umfassendem und nachhaltigem Frieden.

Dass die deutsch-libysche Zusammenarbeit enorm wichtig ist, brachte auch Andreas Feicht, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, zum Ausdruck. Deutschland sei bereit, den Wiederaufbau des Landes zu unterstützen, was als Anker für Stabilität im Land, aber auch der Region dienen könne. Doch nicht nur für Libyen stelle Deutschland einen wichtigen Partner da, sondern ebenso seien deutsche Unternehmen bereit, ihre Expertise für alle Länder der arabischen Welt zur Verfügung zu stellen. Gerade in den Bereichen Energie und Technik gehören deutsche Unternehmen zu den global führenden und es gebe eine große Nachfrage nach deutschen Produkten in der arabischen Welt.

Eine nicht nur politische, sondern ebenso wirtschaftliche Partnerschaft – das sei der Grundstein, auf dem der Friedenskonsolidierungsprozess in Libyen aufbauen sollte. Diese Botschaft wurde in der Rede von Herrn Muhammad Al-Hawij, dem libyschen Minister für Wirtschaft und Handel übermittelt. Insbesondere angesichts der sich deutlich verbesserten Sicherheitslage, sei die Präsenz von deutschen Unternehmen in Libyen mehr als gewünscht. Deutschland, das in viele Wirtschaftsentwicklungsprojekte in arabischen Ländern involviert sei, könne auch in Libyen einen wichtigen Beitrag leisten.

Dass die deutsch-libysche Zusammenarbeit enorm viel Potential hat, betonte auch Mohamed M. Oun, Libyens Minister für Öl und Gas, während des Panels für deutsch-libysche Kooperation im Energiesektor. Libyen ist nicht nur als Exporteur von Erdöl und Erdgas für Deutschland von großer Bedeutung, sondern hat auch im Bereich der erneuerbaren Energien großes Potential.

Einblicke in eine wahrliche unternehmerische Erfolgsgeschichte gab Sheikh Daij Al Khalifa, der Vorstandsvorsitzende von Aluminium Bahrain (Alba) in seiner Rede.  Das Unternehmen, das in den 1970-er Jahren mit seiner Arbeit begonnen hat, ist heute nicht nur einer der industriellen Grundpfeiler Bahrains, sondern ein globaler Player in der Aluminium Industrie. Deutschland, mit seiner Expertise in den Bereichen Industrie und Technologie, sei für das Unternehmen stets ein wichtiger Handelspartner gewesen, seit im Jahre 1972 bilaterale Beziehungen zwischen den Ländern aufgenommen wurden.

Zum Abschluss der Eröffnungsreden gab sich Dr. Volker Treier, der Außenwirtschaftschef der deutschen Industrie- und Handelskammern die Ehre. In seiner Rede betonte er, dass das deutsch-arabische Business Forum das wichtigste Event in der deutsch-arabischen Geschäftswelt sei. Das Formieren von starken Partnerschaften basierend auf Vertrauen und Respekt- das sei das Ziel, dem sich die DIHK und die Ghorfa verschrieben haben. In enger Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie engagieren sich die Kammern für die Förderung des Handels zwischen Deutschland und der arabischen Welt.

Während der drei Tage und durch viele spannende Panels hatten die Teilnehmer selbst die Gelegenheit, sich ein Bild von den vorhandenen Möglichkeiten zu machen. Nicht nur wurden die Möglichkeiten der deutsch-arabischen Wirtschaftskooperation thematisiert, sondern ebenso ein Ausblick in die Welt von Morgen gegeben. Urban Infrastructure, Smart Cities, Digitalisierung und Industrie 4.0 waren einige der Zukunftstrends, die von unseren Diskussionsteilnehmern thematisiert wurden. Doch nicht nur durch technologischen Fortschritt, sondern ebenso durch neue und nachhaltige wirtschaftliche Partnerschaften werden sich neue Horizonte auftun. Sei es die deutsch-libysche Zusammenarbeit im Energiesektor, Infrastrukturprojekte oder die Zukunft von Investment und Finance in der deutsch-arabischen Zusammenarbeit: es gibt mannigfaltige Möglichkeiten der Kooperation und der Zusammenarbeit, die von beiden Seiten noch weiter ausgeschöpft und vertieft werden können. Einen phänomenalen Abschluss unserer Veranstaltung stellte die Podiumsdiskussion des irakischen Botschafters in Berlin, Lukman Faily, und des deutschen Botschafters in Libyen, Michael Ohnmacht, sowie des ehemaligen deutschen Botschafters Dieter Haller dar. Sie lieferten eine fachkundige Einschätzung der Region, ihrer Chancen, Herausforderungen und Potentiale, die es nun gemeinsam auszuschöpfen gilt – als Partner auf Augenhöhe und zum Wohle aller. 

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